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Blog11. Sept. 2026

14. DIY E-Commerce & AI Day in Hamburg

A group photo from the 14th DIY Ecommerce & AI Day

Am 10. September 2026 wurde das Hamburger Büro von Front Row zum Treffpunkt der DIY- und Gartenbranche. Vertreter von Marken, Händlern und Branchenverbänden kamen zur 14. Ausgabe des DIY E-Commerce & AI Day zusammen.

Gemeinsam mit dem Herstellerverband Haus & Garten, dem Industrieverband Garten und dem ECC Köln haben wir ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. In insgesamt zehn Sessions ging es um aktuelle Themen – von Marktplatzstrategien über neue Formen des Commerce bis hin zu konkreten Einsatzmöglichkeiten von KI im CRM und Marketing.

DIY-Markt 2027: Konsumflaute trifft auf erste konkrete KI-Erfolge

Kai Hudetz, Gründer des ECC Köln und Geschäftsführer des IFH Köln, eröffnete den Tag. In seinem Vortrag machte er deutlich, vor welcher Herausforderung die DIY- und Gartenbranche aktuell steht: Die Konsumausgaben entwickeln sich weiterhin eher verhalten. Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz bereits heute die Art und Weise, wie Menschen Produkte suchen, entdecken und kaufen.

Damit war auch die Richtung für den weiteren Tag vorgegeben. Immer wieder ging es um zwei zentrale Fragen: Wie können Marken ihr Geschäft in einem stagnierenden Markt erfolgreich weiterentwickeln? Und wie können sie sich gleichzeitig auf ein Einkaufsverhalten einstellen, das zunehmend durch KI beeinflusst wird?

René, Norbert and Kai
Ecom & AI Day attendees
Lunch break on the terrace
Category Report: DIY & Garden

Marktplätze verändern sich – und mit ihnen das Einkaufsverhalten

Marc Sonnemann von edding beschäftigte sich in seiner Session „Game of Zones“ mit einer Frage, die viele international tätige Marken beschäftigt: Wie sollte die Steuerung von Marktplatzaktivitäten organisiert sein? Im Mittelpunkt stand der Vergleich zwischen zentralen und dezentralen Strukturen.

Die Entscheidung hat dabei ganz konkrete Auswirkungen – etwa auf die Preisgestaltung und die Qualität der Produktinhalte. Gleichzeitig beeinflusst sie, wie schnell eine Marke auf Entwicklungen und Besonderheiten einzelner Märkte reagieren kann.

Valentin Hauß, Gründer und CEO von COM.Create, ging anschließend noch einen Schritt weiter und stellte die grundsätzliche Frage: Welche Bedeutung werden klassische Marktplätze künftig noch haben, wenn KI-Systeme zunehmend Kaufentscheidungen übernehmen?

Ronny Marx griff diesen Gedanken in seiner Session zum agentenbasierten Commerce auf. Dabei ging es darum, wie Marken künftig Kunden erreichen können, die nicht mehr selbst nach Produkten suchen, vergleichen und klicken, sondern diese Aufgaben an einen KI-Agenten übertragen.

Florian Knieß, Mitgründer sowie CRO und CMO von Aybee, nahm anschließend die Customer Journey auf Amazon genauer unter die Lupe. Er zeigte, wie sich Kaufentscheidungen gerade in Kategorien entwickeln, in denen Kunden häufig stöbern, ohne von Anfang an ein konkretes Produkt im Kopf zu haben.

Traditionelle Hersteller gestalten ihre digitale Zukunft selbst

Tamer Memis, Geschäftsführer von Neudorff ePerformances, zeigte eine besonders spannende Transformationsgeschichte. Er berichtete, wie sich ein traditioneller Hersteller Schritt für Schritt zu einem digitalen Herausforderer entwickelt hat – und damit nicht darauf wartet, dass andere Unternehmen das eigene Geschäftsmodell unter Druck setzen.

Am Nachmittag wechselte die Perspektive vom Hersteller zum Handel. Daniel Aldinger und Yannik Weiler von BAUHAUS Deutschland zeigten, welche Möglichkeiten der BAUHAUS-Marktplatz Marken bietet. Für Hersteller entsteht damit ein weiterer Weg, Kunden direkt über einen etablierten Handelspartner zu erreichen, ohne ausschließlich auf die eigenen Vertriebskanäle angewiesen zu sein.

KI wird vom Buzzword zum praktischen Werkzeug

Am Nachmittag wurde dann besonders deutlich, dass KI längst mehr ist als nur ein Gesprächsthema. In verschiedenen Sessions ging es um ganz konkrete Anwendungen.

Christopher Lege, Senior Principal Software Engineer bei Catapult, zeigte beispielsweise einen systematischen Ansatz für die Keyword-Recherche auf Amazon. Dabei ging es darum, relevante Suchbegriffe von weniger relevanten Ergebnissen zu unterscheiden und tatsächliche Wettbewerber zu identifizieren – statt sich ausschließlich auf Vermutungen zu verlassen.

Rainer Schuller von GRADION stellte eine Frage, die für viele Unternehmen zunehmend relevant wird: Brauchen Kundenbeziehungen tatsächlich weiterhin eine eigene SaaS-Plattform, wenn KI inzwischen einen großen Teil der Aufgaben übernehmen kann, für die CRM-Systeme ursprünglich entwickelt wurden?

Anschließend zeigten Janine Hummel und Jan Meißner von Front Row, wie KI-gestützte Produktion den Aufbau eines D2C-Shops unterstützen kann. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Marken digitale Kontaktpunkte aufbauen können, wenn sie bislang noch keine eigenen direkten Vertriebskanäle haben.

Sascha Jansen von Front Row rundete den Themenblock mit einem Blick auf Streaming-TV ab. Gerade für die DIY-Branche könnte dieser Kanal interessante Möglichkeiten bieten – bislang haben ihn allerdings nur wenige DIY-Marken in größerem Umfang getestet.

Kai Hudetz speaking on the stage
Valentin Hauß presenting
Florian from Aybee
Réne and Norbert

Gemeinsam auf die Zukunft der Branche geblickt

Norbert Lindemann, Geschäftsführer des Herstellerverbands Haus & Garten, und René Groll, Senior Principal Business Development Manager bei Front Row, hatten den Tag am Morgen gemeinsam eröffnet. Zum Abschluss standen beide noch einmal auf der Bühne und fassten die wichtigsten Erkenntnisse des Tages zusammen.

Über alle zehn Sessions hinweg wurde deutlich: Die DIY- und Gartenbranche steht vor mehreren Veränderungen gleichzeitig. Einerseits gilt es, sich in einem weiterhin schwierigen Konsumumfeld zu behaupten. Andererseits verändert KI bereits heute die Art und Weise, wie Menschen Produkte suchen, vergleichen und kaufen.

Ob Marktplätze, Handel oder Technologie – immer wieder ging es letztlich um dieselbe Frage: Wie schnell müssen sich Marken auf das veränderte Einkaufsverhalten ihrer Kunden einstellen?

Ein Tag voller Austausch

Neben den Vorträgen und Sessions war vor allem der Austausch untereinander ein wichtiger Teil des Tages. Gründer, Marktplatzmanager, Berater und Führungskräfte aus der gesamten DIY- und Gartenbranche kamen in Hamburg zusammen.

Gerade die Gespräche in den Kaffeepausen und beim abschließenden Networking boten viel Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über konkrete Erfahrungen aus der Praxis.

Und genau das machte den DIY E-Commerce & AI Day aus: Die Gespräche zwischen den Sessions waren mindestens genauso wertvoll wie die Beiträge auf der Bühne.

Ein rundum gelungener Tag – mit vielen Impulsen, spannenden Diskussionen und vor allem einem gemeinsamen Blick darauf, wie sich E-Commerce, KI und die DIY-Branche weiterentwickeln werden.